Was COVID-19 für die Zukunft von velorent bedeutet

30.04.2020

COVID-19 wirft gerade bei allen Händler*innen etwas die Planung über Bord. Auch für uns ändert sich einiges, aber soviel sei gesagt: velorent wird weiterbestehen.

Es ist der 30. April, während ich diese Zeilen schreibe. Die Welt steht immer noch still, oder zumindest etwas. Während die einen für eine Lockerung der Maßnahmen plädieren, ist sich die Wissenschaft einig, genau dies nicht zu tun. Kredite und andere Soforthilfen sollen helfen, den wirtschaftlichen Schaden zumindest etwas abzumildern.

Mir ist bewusst, dass auch die Händler*innen, die bei uns registriert sind, davon betroffen sind. Und auch wenn ich persönlich sehr wenig tun kann, so möchte ich an dieser Stelle noch einmal Mut aussprechen. Es wird eine Zeit nach dem Coronavirus kommen, das schaffen wir.

Plattformkapitalismus und Open-Source-Software

Diesen Artikel möchte ich aber für eine andere Sache nutzen. Nämlich als kritische Auseinandersetzung der Plattform “velorent” in diesen Zeiten. velorent ist wie andere Produkte der letzten Jahre (AirBnB, Uber, Amazon, Lieferheld) eine Plattform. Wir sind zwar bei Weitem nicht so groß, aber führen diesen Trend beharrlich fort. Das Phänomen hat in der Sozialwissenschaft inzwischen den Namen Plattformkapitalismus bekommen.

Ich für meinen Teil habe damit ein Problem. Nehmen wir als Beispiel mal Essenslieferdienste. Der Markt wird hier von einem Quasi-Monopol durch Lieferando beherrscht. Was das in der Praxis bedeutet/bedeuten könnte, sind steigende Preise für Konsumenten und ein Zwang für Restaurantpartner*innen, sich diesen Preisen zu unterwerfen. Ähnliche Ansätze lassen sich bei anderen Plattformen ebenfalls betrachten. Dort ist der Marktanteil zwar nicht so enorm, aber das Ziel, den Monopolstatus zu erreichen, steht auch hier im Vordergrund. Als Beispiel sind hier die Carsharing-/E-Scooter-Anbieter zu erwähnen.

Es wird nicht lange dauern, dann wird es etwas ähnliches auch für Fahrräder geben. Investor*innen werden Startups fördern, die schnelle Rendite und schnelles Wachstum versprechen. Die Marketing-Maschinen werden hochgefahren, usw. usf. Dann noch ein wenig Erzählung rund um künstliche Intelligenz oder was auch immer gerade toll klingt. Es ist jedes Mal das gleiche Spiel.

velorent wird Open-Source

Ich habe den Plan, langfristig velorent unter einer Open-Source-Lizenz zu veröffentlichen und den gesamten Quellcode offenzulegen. Dies soll unter einer Open-Source-freundlichen Lizenz geschehen, momentan schwebt mir die AGPL-Lizenz vor.

Was hab ich als Händler*in davon?

Eine deutlich geringere Gefahr des Lock-In-Effektes. Zwar werde ich persönlich immer eine Referenzimplementierung hier am Laufen haben, wie sie zu den aktuellen Konditionen vorzufinden ist. Aber dadurch, dass der Code komplett öffentlich ist, bietet dies theoretisch beispielsweise auch Kommunen die Möglichkeit, eine eigene Instanz zur Verfügung zu stellen, bei der die laufenden Kosten durch die Steuereinnahmen gedeckt werden.

Auch können neben mir auch andere Softwareentwickler*innen den Code einsehen und verbessern, wovon sowohl Händler*innen als auch Kund*innen langfristig profitieren sollen.

Epilog

Es gibt an dieser Stelle nicht viel zu erwähnen. Jede Person, die sich dazu bereit fühlt, an velorent mitzuarbeiten, ist herzlich eingeladen. Dazu zählt selbstverständlich auch das Feedback der registrierten Händler*innen. In diesem Sinne: Hoffen wir, dass die Pandemie bald ein Ende nimmt. Bis dahin: Vorsicht walten lassen und (sofern möglich) Maske tragen! 😷